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Die Mode der 1940er Jahre
Kreativität in Zeiten der Not
Die 1940er Jahre stehen für ein außergewöhnliches Modejahrzehnt. Es ist unzertrennbar mit dem Zweiten Weltkrieg und den dadurch ausgelösten sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen verbunden. Die Mode, die inmitten großer Not entstand, steht für eine unverwechselbare, stilvolle und elegante Silhouette.
Manchmal wird der Mythos verbreitet, dass die Mode während des Zweiten Weltkriegs zum Stillstand kam. Doch das stimmt nicht. Es kam zwar wegen der Ressourcenknappheit zu langsameren Veränderungen, doch die Mode hörte nie auf.
„Mode stirbt nicht durch Kriege. Viele der besten Stile entstehen durch die Zwänge des Krieges.“
schrieb im März 1942 die Herausgeberin der amerikanischen Vogue, Edna Woolman Chase. So waren die 40er Jahre trotz aller Einschränkungen wegweisend für die folgenden Jahrzehnte.
Rationierung, Kreativität und neue Silhouetten
In Europa und den USA wurden Stoffe und Besätze wegen des Krieges rationiert. Regierungen legten Kragen-, Taschen- und Gürtelgrößen genau fest. Dies führte zu diesem durchdachten und reduzierten Stil des noch heute beliebten Looks der 40er Jahre. Frauen wurden kreativ und erfinderisch. So entstand aus so mancher Tischdecke ein neues Sommerkleid. Einfache Kleidungsstücke wurden mit Stickereien versehen, um sie aufzuwerten. Auch Reißverschlüsse unterlagen der Rationierung, und so nahmen Knöpfe wieder vermehrt die Funktion als verzierendes Element ein.
Strickwaren waren trotz extremer Wollknappheit unglaublich beliebt und ein fester Bestandteil der Garderobe der 1940er Jahre. Sie wurden teilweise mehrfach aufgetrennt und wieder zu einem neuen Kleidungsstück verarbeitet. Mehrfarbige Fair-Isle-Muster waren der letzte Schrei, da sie aus mehreren Wollresten gefertigt werden konnten.
Ein unverkennbares Symbol für die Stärke und Eigenständigkeit der Frauen in dieser Zeit ist die durch Polster betonte breite Schulterpartie. Die wahrgenommene Rolle der Frau veränderte sich drastisch. Frauen sind in Bereiche vorgedrungen, die vorher als reine Männerdomäne galten. Dies hat natürlich das Selbstverständnis vieler Frauen verändert, und sie haben gemerkt, dass sie selbstständig und stark sind. Das spiegelt auch die Mode wider. Die Art und Weise, wie sie sich kleideten, schminkten und frisierten, veränderte sich. Es ging nicht nur darum, hübsch auszusehen, sondern auch um Praktikabilität und Vielseitigkeit. Kleidung musste lange halten und Frisuren kriegstauglich sein.
Mode und Kosmetik leisteten einen wichtigen Beitrag in dieser schweren Zeit. Sie wirkten sozusagen als Moralbooster. Ein unverkennbares Zeichen dazu ist der rote Lippenstift, ein weiteres kleines Symbol für Stärke und ein Hauch Alltagsglamour.

Neue Freiheit: Die Hose für Frauen
Die wohl wichtigste Errungenschaft dieses entbehrungsreichen Jahrzehnts ist die Hose für die Frauen. Sie musste frauentauglich umgearbeitet werden, sollte strapazierfähig sein und trotzdem stylisch und attraktiv aussehen. Ein Vermächtnis der 1940er Jahre ist zum Beispiel die Latzhose, die als Schutzkleidung diente, oder der sogenannte „Siren Suit“, der Vorreiter des Jumpsuits der 1970er Jahre.
Kleider hatten die bereits vorher erwähnte betonte Schulterpartie, eine schmale Taille und ein knieumspielendes Rockteil. Oft wurde ein Bolerojäckchen dazu kombiniert. Die Dame ging nie ohne passende Kopfbedeckung und Handschuhe aus dem Haus.
Ich könnte jetzt noch ewig weiterschreiben über die Mode der 40er Jahre, ein Jahrzehnt, das mich modisch gesehen persönlich wahnsinnig fasziniert. Aber das würde jetzt den Rahmen für diesen Blogbeitrag sprengen.
Deshalb freut euch auf weitere Beiträge der 1940er Jahre, die ich Schuhen, Hüten und weiteren Accessoires dieses Jahrzehnts widmen werde.
Herzlichst
Eure Stephanie vom Bright House Journal