Krawatte als Frau tragen: Outfits im Dandy Look

Eine Krawatte an einer Frau fällt auf. Viele finden den Look sofort gut, trauen sich aber selbst nicht so recht: Ist das nicht zu streng, zu männlich, zu verkleidet? Genau darin liegt der Reiz. Die Krawatte gehört seit Jahrhunderten zur Herrengarderobe, und wer sie als Frau trägt, spielt ganz bewusst mit diesen Rollen.

Dieser Artikel zeigt, welche Krawatte zu dir passt, warum die Bluse dabei fast wichtiger ist als die Krawatte selbst und wie du sie im Dandy Look mit Hose und Weste trägst, aber auch zu Rock, Strick oder Jeans. Dazu gibt es einen einfachen Trick für alle, die keine Krawatte binden können.

Kann man als Frau Krawatte tragen?

Ja, und zwar zu viel mehr Anlässen, als man denkt. Eine Krawatte an einer Frau wirkt nicht männlich, sondern selbstbewusst. Sie macht aus einer schlichten Bluse ein Outfit und gibt einem Look mit Hose und Weste den Schliff, der ihn vom Bürooutfit unterscheidet.

Neu ist die Idee nicht. In den 1930er Jahren trat Marlene Dietrich im Herrenanzug auf und machte die Herrengarderobe an der Frau berühmt. Wie das damals aufgenommen wurde und was daraus der Dandy Look geworden ist, steht im Artikel über Marlene Dietrich und den Dandy Look. Seitdem ist die Krawatte an der Frau immer wieder zurückgekommen, mal als Statement, mal als ganz normales Accessoire.

Frau im Dandy Look mit brauner Fischgrät-Weste, weiter Hose mit hohem Bund, weißer Bluse, Krawatte und schwarzem Hut
Hose mit hohem Bund, Weste aus demselben Fischgrät-Stoff, Bluse und Krawatte: der klassische Dandy Look.

Welche Krawatte passt zu Frauen?

Für Frauen funktionieren schmale Krawatten meist besser als breite Herrenmodelle, weil sie zur schmaleren Schulter und zum kleineren Kragen einer Bluse passen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten: Krawatten zum Selbstbinden und Krawatten mit fertigem Knoten und Verschluss.

Krawatte zum Binden

Die klassische Krawatte wird wie beim Herrenhemd gebunden. Sie ist lang genug für jeden Knoten und lässt sich in Sitz und Länge genau anpassen. Neben unseren Upcycling Krawatten haben wir auch klassische Krawatten zum Selbstbinden, zum Beispiel von Femkit, abgestimmt auf die Stoffe ihrer Kollektionen. Die aktuelle Auswahl findest du unter Damenkrawatten.

Krawatte mit Verschluss

Unsere Upcycling Damenkrawatten musst du nicht binden. Der Knoten ist fertig, hinten sitzt ein eigener Verschluss, je nach Modell ein Drahtreif in Einheitsgröße oder eine längenverstellbare Kette. Jede Krawatte entsteht in Handarbeit aus einer alten Herrenkrawatte und ist ein Unikat. Es gibt sie in zwei Varianten, mit und ohne Brosche. Weil Drahtreif und Kette dünner sind als ein gebundenes Krawattenband, verschwinden sie leicht unter dem Kragen.

Graue Upcycling Damenkrawatte mit Perlenbrosche zu cremeweißer Bluse und marineblauer Weste
Fertiger Knoten, Verschluss unter dem Kragen: eine Upcycling Damenkrawatte mit Brosche.

Welche Bluse trägt man zur Krawatte?

Die Bluse ist beim Krawattenlook das wichtigste Teil. Das Band oder der Verschluss der Krawatte läuft um den Hals und muss unter dem Kragen verschwinden. Liegt der Kragen zu flach oder ist er zu klein, sieht man es, und der Look wirkt schnell unordentlich.

Gut geeignet sind Blusen mit einem festen, eher großen Kragen mit hohem Steg, also dem Stoffstreifen, der den Kragen am Hals aufstellt. Der oberste Knopf wird geschlossen, die Krawatte sitzt darüber. Wer eine Krawatte zum Selbstbinden trägt, braucht mehr Kragen als bei einer Krawatte mit Verschluss, weil das gebundene Band dicker ist.

  • Großer Kragen mit hohem Steg: Er stellt sich am Hals auf und legt sich über das Krawattenband. Viele Blusen von Femkit haben genau diesen Kragen.
  • Spitzer Kragen: Lange, spitz zulaufende Kragen im Stil der 1930er und 1940er Jahre, wie sie Emmy Design oft verwendet, sind wie gemacht für Krawatte und Weste.
  • Farbe: Weiß, Creme und Hellblau sind die klassische Grundlage. Zu einer gemusterten Krawatte passt eine einfarbige Bluse, zu einer einfarbigen Krawatte darf die Bluse auch fein gemustert sein.

Weitere Modelle findest du in unserer Kollektion Blusen.

Gestreifte Upcycling Damenkrawatte mit Brosche zu einer schwarzen Bluse mit großem spitzem Kragen
Ein großer, spitzer Kragen versteckt den Verschluss der Krawatte. So funktioniert sie auch ganz ohne Weste.

Wie trägt man eine Krawatte als Frau?

Am stimmigsten wirkt die Krawatte, wenn das ganze Outfit ein wenig nach Herrenschneiderei aussieht. Das heißt nicht, dass es streng werden muss. Vier Kombinationen, die gut funktionieren:

Zwei Frauen im Dandy Look, eine mit Hosenträgern und Paisley-Krawatte, eine mit brauner Fischgrät-Weste und karierter Krawatte
Zwei Varianten: mit Hosenträgern oder mit Weste.

Klassischer Dandy Look mit Hose und Weste

Das ist die Kombination, die wir selbst am liebsten tragen: eine Hose mit hohem Bund und weitem Bein, eine taillierte Weste und darunter eine Bluse mit Krawatte. Die Weste hält die Krawatte an Ort und Stelle und betont die Taille, die Hose streckt das Bein. Besonders schön wird es, wenn Hose und Weste aus demselben Stoff sind, etwa im Glencheck oder Fischgrät. Passende Hosen findest du unter Marlene Hosen, Westen unter Westen.

Karierte Upcycling Damenkrawatte mit Brosche zu grauer Fischgrät-Weste, weißer Bluse und schwarzer Hose
Die Weste hält die Krawatte an ihrem Platz, die Brosche setzt den Akzent.

Mit Rock

Wer lieber Rock trägt, nimmt einen schmalen Bleistiftrock oder einen A-Linien-Rock aus einem festen Stoff. Zusammen mit Weste und Krawatte ergibt das einen Look, der an die Büromode der 1940er Jahre erinnert. Zu einem schwingenden Swingrock wirkt die Krawatte dagegen eher verspielt.

Mit Pullover oder Pullunder

Im Herbst und Winter kommt die Krawatte unter einen Pullunder oder einen Pullover mit V-Ausschnitt. Dann sind nur Kragen und Knoten zu sehen, der Rest verschwindet unter dem Strick. Das ist die unauffälligste Art, eine Krawatte zu tragen, und ein guter Einstieg für alle, die sich noch nicht ganz trauen.

Locker zur Jeans

Zu einer Jeans mit hohem Bund und einer hellen Bluse darf die Krawatte etwas lockerer sitzen. Der Look wird dadurch alltagstauglich und verliert alles Förmliche. Hier passen auch auffälligere Muster und eine Krawatte mit Brosche.

Wie bindet man eine Krawatte als Frau?

Für Frauen eignet sich am besten der einfache Knoten, im Englischen Four in Hand genannt. Er ist schmal, leicht asymmetrisch und passt gut unter einen Blusenkragen. Breite Knoten wie der Windsor wirken an der Frau schnell zu wuchtig.

Die Spitze der Krawatte sollte etwa am Hosenbund oder Rockbund enden. Bei einer Hose mit hohem Bund ist die Krawatte also kürzer als beim Herrenanzug. Wer eine Weste trägt, kann es etwas großzügiger nehmen, weil die Spitze unter der Weste verschwindet.

Der Trick für alle, die nicht binden können

Ganz ehrlich: Auch bei uns im Laden wird nicht jeden Morgen eine Krawatte neu gebunden. Unser Trick: die Krawatte einmal binden lassen, den Knoten so weit lockern, dass sie über den Kopf passt, und sie dann einfach wie eine Schlaufe überziehen. Am Kragen wird der Knoten zugezogen, fertig. So bleibt die Krawatte gebunden und ist jeden Tag in Sekunden angezogen. Wer das nicht möchte, greift gleich zu einer Krawatte mit Verschluss.

Häufige Fragen zur Krawatte für Frauen

Kann man als Frau Krawatte tragen?

Ja. Eine Krawatte wirkt an einer Frau selbstbewusst und lässt sich zu Bluse und Hose, Rock, Strick oder Jeans kombinieren. Wichtig ist eine Bluse mit festem Kragen.

Welche Bluse passt zur Krawatte?

Eine Bluse mit großem, festem Kragen und hohem Steg, damit das Krawattenband darunter verschwindet. Klassisch sind Weiß, Creme und Hellblau.

Welche Krawatte passt zu Frauen?

Schmale Krawatten passen meist besser als breite Herrenmodelle. Wer nicht binden möchte, wählt eine Krawatte mit fertigem Knoten und Verschluss.

Wie lang sollte eine Krawatte bei Frauen sein?

Die Spitze sollte etwa am Bund von Hose oder Rock enden. Unter einer Weste darf sie auch etwas länger sein.

Welcher Knoten ist für Frauen am besten?

Der einfache Knoten, auch Four in Hand genannt. Er ist schmal und passt gut unter einen Blusenkragen.

Was ist der Dandy Look für Frauen?

Der Dandy Look überträgt die Herrengarderobe der 1930er und 1940er Jahre auf die Frau: Hose mit hohem Bund, taillierte Weste, Bluse und oft eine Krawatte.

Fazit

Eine Krawatte ist als Frau weniger mutig, als sie aussieht. Mit der richtigen Bluse, also einem festen Kragen, der das Band versteckt, sitzt sie ordentlich und wirkt selbstverständlich. Am stärksten ist sie im Dandy Look mit Hose und Weste, aber auch zu Rock, Pullunder oder Jeans funktioniert sie. Und wer nicht binden kann, lässt sie einmal binden oder nimmt gleich eine Krawatte mit Verschluss.

Bei Bright House Vintage findest du unsere Upcycling Damenkrawatten als Unikate, mit oder ohne Brosche, in der Kollektion Damenkrawatten. Hosen, Westen und Blusen für den passenden Look bündelt unsere Kollektion Dandy Look.

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