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Der Audrey Hepburn Stil: Caprihose, kleines Schwarzes und Ballerinas
Kaum eine Frau hat die Mode des 20. Jahrhunderts so geprägt wie Audrey Hepburn. Ihr Stil kommt ohne auffällige Muster, ohne tiefe Ausschnitte und ohne hohe Absätze aus und wirkt trotzdem bis heute eleganter als die meisten Trends.
Das Bemerkenswerte daran: Fast alles, was diesen Stil ausmacht, hängt heute in ganz normalen Kleiderschränken. Die schmale Hose, der Rollkragen, der Trenchcoat, die Ballerinas. Dieser Artikel zeigt, woraus der Look genau besteht, woher seine wichtigsten Teile kommen und wie du sie kombinierst, ohne dass es nach Kostüm aussieht.
Was macht den Audrey Hepburn Stil aus?
Der Audrey Hepburn Stil ist ein minimalistischer, eleganter Kleidungsstil der 1950er und 1960er Jahre, der auf klaren Linien, schmalen Silhouetten und wenigen, gut gewählten Stücken beruht. Typisch sind schmale Caprihosen, das kleine Schwarze, U-Boot-Ausschnitte, flache Ballerinas, Trenchcoats und dezente Accessoires in Schwarz, Weiß und Beige.
Damit ist er das Gegenmodell zu den opulenteren Vintage-Stilen seiner Zeit. Wo Pin-up und Rockabilly mit Mustern, Volumen und Farbe arbeiten, setzt Hepburn auf Reduktion. Das Ergebnis wirkt erstaunlich modern, weshalb der Einstieg in diesen Look leichter fällt als in jeden anderen Vintage-Stil.
Wer war Audrey Hepburn?
Audrey Hepburn wurde 1929 in Brüssel geboren, wuchs unter anderem in den Niederlanden auf und erlebte dort als Jugendliche die Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs. Ihre Ausbildung als Balletttzänzerin prägte Haltung und Bewegung, und beides wurde später zum unverwechselbaren Teil ihrer Ausstrahlung.
1953 gelang ihr mit „Ein Herz und eine Krone“ der Durchbruch, für den sie auf Anhieb den Oscar erhielt. Schon in diesem Film zeigte sich ihr Stilprinzip: eine schlichte Bluse, ein weiter Rock, ein Halstuch, kurze Haare. Der Kontrast zu den kurvenbetonten Leinwandgöttinnen der Zeit hätte größer kaum sein können, und genau dieser Kontrast machte sie zur Stilikone einer neuen Art von Weiblichkeit.
Für den Film „Sabrina“ von 1954 begann ihre Zusammenarbeit mit dem jungen Pariser Couturier Hubert de Givenchy, aus der eine lebenslange Freundschaft wurde. Givenchy entwarf über Jahrzehnte ihre wichtigsten Film- und Privatgarderoben und schuf mit ihr zusammen Klassiker wie den nach dem Film benannten Sabrina-Ausschnitt. Kaum eine Verbindung zwischen Schauspielerin und Designer hat die Modegeschichte so geprägt.
Welche Kleidungsstücke prägen den Hepburn Look?
Der Look besteht aus einer überschaubaren Zahl klar definierter Schlüsselstücke. Wer diese Basics besitzt, kann fast jedes ikonische Hepburn-Outfit nachstellen.
Die Caprihose
Die schmale, knöchel- oder wadenlange Hose ist das vielleicht wichtigste Hepburn-Stück. Sie trug sie in Schwarz zu flachen Schuhen und schlichten Oberteilen und machte damit eine bequeme Freizeithose salonfähig, lange bevor Hosen im Damenalltag selbstverständlich waren.
Ihren Namen verdankt die Caprihose der italienischen Insel Capri. Dort entwarf die deutsche Modeschöpferin Sonja de Lennart die Form Ende der 1940er Jahre, und über die Urlaubsgarderobe der internationalen Gesellschaft verbreitete sie sich in den 1950er Jahren weltweit. Die Riviera war in dieser Zeit das, was heute eine Modewoche ist: der Ort, an dem sich entschied, was als nächstes getragen wird.
Die ideale Hepburn-Caprihose sitzt hoch in der Taille, liegt am Bein an, ohne einzuengen, und endet über dem Knöchel, sodass der Schuh sichtbar bleibt. Genau diese Länge lässt Ballerinas und schmale Hosen so harmonisch zusammenwirken. Endet die Hose zu weit unten, staucht sie das Bein, endet sie zu weit oben, wirkt sie wie eingelaufen. Modelle in dieser Linie findest du bei unseren Hosen.
Das kleine Schwarze
Das schwarze Etuikleid aus „Frühstück bei Tiffany“ von 1961 ist das berühmteste Kleid der Filmgeschichte, aber das Prinzip dahinter ist alltagstauglich: ein schlichtes, gut geschnittenes Kleid in Schwarz, das je nach Accessoires vom Büro bis zum Abend funktioniert.
Erfunden hat das kleine Schwarze nicht Hepburn, sondern Coco Chanel, die es 1926 in der amerikanischen Vogue vorstellte. Damals war Schwarz die Farbe der Trauer und der Dienstboten, und ein schwarzes Tageskleid galt als Provokation. Hepburn machte daraus dreißig Jahre später das Gegenteil: den Inbegriff von Eleganz.
Wichtig ist die Silhouette. Eher gerade und schmal als schwingend, die Wirkung entsteht durch den Schnitt, nicht durch Volumen. Hepburn trug daneben auch helle Etuikleider und Modelle mit schmalem Oberteil und leicht ausgestelltem Rock, stets mit hoher, klarer Ausschnittlinie.
Oberteile: U-Boot-Ausschnitt, Rollkragen, weiße Bluse
Drei Oberteile definieren den Look. Der Sabrina- oder U-Boot-Ausschnitt verläuft waagerecht von Schulter zu Schulter, betont das Schlüsselbein und wirkt elegant, ohne Haut zu zeigen. Der schwarze, eng anliegende Rollkragenpullover steht für die intellektuelle, pariserische Seite des Stils. Und die klassische weiße Bluse, gern mit aufgestelltem Kragen oder locker geknotet, bringt die frische, jugendliche Note ins Spiel.
Trenchcoat und Jacken
Kein Kleidungsstück verbindet man neben dem kleinen Schwarzen so sehr mit Hepburn wie den Trenchcoat, den sie in der Schlussszene von „Frühstück bei Tiffany“ im Regen trug. Ein beigefarbener, taillengegürteter Trench über schlichtem Outfit ist bis heute die schnellste Abkürzung zum Hepburn Look. Daneben passen kurze, kastige Jacken im Stil der frühen 60er und feine Cardigans, lässig über die Schultern gelegt.
Röcke und das Ringelshirt
Zwei Ergänzungen runden die Garderobe ab. Bei den Röcken trug Hepburn beides: den weiten Midirock ihrer frühen Filme, stets mit schmalem Oberteil und Gürtel, und später den geraden, knielangen Rock der 60er Jahre. Beide Varianten leben von der klaren Taille. Und das gestreifte Ringelshirt, das sie zur Caprihose trug, bringt das einzige erlaubte Muster des Looks ins Spiel. Ein Ringelshirt zur schwarzen Hose ist bis heute einer der einfachsten und wirkungsvollsten Hepburn-Momente für den Alltag.
Viele dieser Schnitte findest du in unserer Kollektion für 60er Jahre Mode.
Welche Farben und Muster sind typisch?
Typisch ist eine reduzierte Palette aus Schwarz, Weiß, Beige und Marineblau, ergänzt um wenige Akzentfarben wie Rosé oder Rot und fast immer einfarbig getragen.
Schwarz ist die Basis des Looks, von der Caprihose bis zum Abendkleid. Weiß und Cremetöne bringen Frische, Beige und Kamel stehen für die Trenchcoat-Eleganz, und Marineblau ersetzt Schwarz an Tagen, an denen der Look weicher wirken soll.
Muster spielen bewusst die Nebenrolle. Wenn, dann feine Streifen, dezente Karos oder kleine Punkte, nie großflächige Prints. Diese Zurückhaltung ist der größte stilistische Unterschied zu Pin-up und Rockabilly und zugleich der Grund, warum sich Hepburn-Teile so mühelos untereinander kombinieren lassen: Fast alles passt zu fast allem.
Ein einfacher Merksatz für den Einstieg: pro Outfit maximal zwei Farben, davon eine neutrale. Ein schwarzes Oberteil zur schwarzen Hose mit beigefarbenem Trench ist bereits ein vollständiger Hepburn Look.
Welche Schuhe und Accessoires gehören dazu?
Zum Look gehören flache Ballerinas, Loafer und Kitten Heels sowie wenige, präzise gesetzte Accessoires: eine große Sonnenbrille, ein Seidentuch, Perlen und feine Handschuhe.
Die Ballerina ist der Hepburn-Schuh schlechthin. Die ehemalige Tänzerin ließ sich ihre flachen Schuhe unter anderem von Salvatore Ferragamo fertigen und bewies, dass Eleganz keine Absätze braucht. Loafer übernehmen denselben Part in der maskulineren Variante, während Kitten Heels, also Pumps mit niedrigem, schmalem Absatz, die festliche Option bilden.
Bei den Accessoires gilt das Reduktionsprinzip erst recht. Die übergroße dunkle Sonnenbrille ist seit „Frühstück bei Tiffany“ ihr Markenzeichen und funktioniert bis heute als Ein-Griff-Upgrade für jedes schlichte Outfit. Das Seidentuch trug sie um den Kopf gebunden, am Hals oder am Taschenhenkel. Dazu kommen kleine, strukturierte Handtaschen mit kurzem Henkel und ein schmaler Taillengürtel. Die Regel bleibt dieselbe wie bei den Farben: ein bis zwei Accessoires pro Outfit, nicht mehr.
Welche Frisur und welches Make-up gehören dazu?
Zum Stil gehören ein kurzer Pixie-Cut oder ein hochgesteckter Chignon, betonte Augenbrauen und ein Make-up, das die Augen in den Mittelpunkt stellt.
Hepburn machte 1953 den kurzen, femininen Pixie-Schnitt populär und trug später den streng-eleganten Hochsteck-Chignon. Beide Frisuren teilen ein Prinzip: Sie geben das Gesicht frei. Wer lange Haare behalten möchte, kommt mit einem tiefen Dutt oder einem hohen, glatten Pferdeschwanz dem Look am nächsten.
Beim Make-up drehte sie die Pin-up-Formel um: Statt der Lippen stehen die Augen im Fokus. Ein feiner Lidstrich, betonte Wimpern und vor allem die vollen, natürlich gebürsteten Augenbrauen prägen das Gesicht, dazu ein zarter Rosé- oder Nudeton auf den Lippen. Die kräftigen Brauen, in den 50ern ein Alleinstellungsmerkmal, sind heute wieder hochaktuell, was den Look zusätzlich modern wirken lässt.
Was unterscheidet den Hepburn Look von Pin-up und Rockabilly?
Alle drei stammen aus den 1950er Jahren, verfolgen aber gegensätzliche Prinzipien: Hepburn steht für minimalistische Eleganz mit schmaler Silhouette, während Pin-up und Rockabilly mit betonten Kurven, Volumen, Mustern und Farben arbeiten.
| Hepburn Look | Pin-up und Rockabilly | |
|---|---|---|
| Prinzip | Reduktion, klare Linien | Fülle, Muster, Akzente |
| Silhouette | schmal und gerade | Sanduhr, betonte Taille |
| Farben | Schwarz, Weiß, Beige, Navy | Rot, kräftige Töne, Polka Dots |
| Schuhe | Ballerinas, Loafer, Kitten Heels | Pumps, Peeptoes, Mary Janes |
| Beauty | Augen und Brauen im Fokus | rote Lippen im Fokus |
Keiner der Stile ist besser, sie sprechen unterschiedliche Vorlieben an, und viele Frauen tragen je nach Anlass beides. Wer sich zwischen den Welten orientieren will: Der Hepburn Look ist die richtige Wahl für alle, die Vintage-Eleganz suchen, ohne aufzufallen. Mehr über den auffälligeren Gegenpol liest du im Artikel Was ist Pin-up?
Wie style ich den Hepburn Look?
Die Formel lautet: eine schmale Silhouette, maximal zwei Farben, flache oder niedrige Schuhe und ein einziges Signature-Accessoire. Danach entscheidet der Anlass über die Zutaten.
Für den Alltag
Der Alltagsklassiker besteht aus schwarzer Caprihose, schlichtem Oberteil in Schwarz oder Weiß und Ballerinas. Dazu ein Seidentuch im Haar oder eine Sonnenbrille, fertig. Dieser Look ist so reduziert, dass er nie verkleidet wirkt, und gleichzeitig so präzise, dass er nie beliebig aussieht.
Fürs Büro
Fürs Büro übernimmt das Etuikleid in Schwarz oder Marineblau mit Cardigan oder kurzer Jacke, alternativ eine schmale Stoffhose mit weißer Bluse und Loafern. Kitten Heels heben den Look an, bleiben aber bequem. Kaum ein Vintage-Stil ist so selbstverständlich businesstauglich wie dieser.
Für den Abend
Am Abend schlägt die Stunde des kleinen Schwarzen: ein schlichtes schwarzes Kleid, dazu Perlenkette oder auffällige Ohrringe, aber nicht beides, Kitten Heels oder Pumps und streng gebundenes Haar. Als Hochzeitsgast funktioniert dieselbe Formel in Marineblau, Altrosa oder Creme.
Bei der Passform aller schmalen Schnitte hilft dir unsere Größenberatung, denn dieser Look steht und fällt mit Teilen, die wirklich sitzen.
Passt der Audrey Hepburn Stil zu mir?
Er passt zu dir, wenn du zeitlose Eleganz schätzt, dich in reduzierten Farben wohlfühlst und Vintage-Mode suchst, die im Alltag nicht auffällt, sondern einfach gut aussieht.
Anders als oft behauptet ist der Look dabei kein Privileg sehr schlanker Figuren. Seine Prinzipien funktionieren universell: Hohe Taillen strecken das Bein, klare Ausschnittlinien rahmen das Gesicht, einfarbige Outfits wirken bei jeder Figur ruhig, und ein gegürteter Trench definiert jede Silhouette. Aus unserer Beratung wissen wir: Gerade Kundinnen, die sich in schwingenden 50er-Jahre-Kleidern verkleidet fühlen, finden im reduzierten Hepburn Look oft ihren Einstieg in die Vintage-Mode.
Auch preislich ist der Einstieg dankbar. Weil der Look auf wenigen, kombinierbaren Basics beruht, trägt sich jedes Teil in vielen Outfits. Eine gute schwarze Caprihose, ein Rollkragenpullover und Ballerinas ergeben zusammen bereits ein Dutzend Looks.
Häufige Fragen zum Audrey Hepburn Stil
Was ist der typische Audrey Hepburn Look?
Schmale schwarze Caprihose, schlichtes Oberteil und Ballerinas, oder das kleine Schwarze mit Perlenkette. Dazu eine große Sonnenbrille, kurze Haare oder ein Chignon und betonte Augenbrauen.
Woher kommt der Name Caprihose?
Von der italienischen Insel Capri. Die deutsche Modeschöpferin Sonja de Lennart entwarf die Form Ende der 1940er Jahre, und über die Urlaubsgarderobe auf der Insel verbreitete sie sich in den 1950er Jahren weltweit.
Was bedeutet Capri bei Hosen?
Es bezeichnet die Länge: Eine Caprihose endet zwischen Wade und Knöchel, also deutlich unter dem Knie, aber oberhalb des Schuhs. Sie ist schmal geschnitten, im Unterschied zur weiten Marlene Hose.
Sind Caprihosen noch modern?
Ja. Die Form kehrt in regelmäßigen Abständen zurück und gilt als Klassiker, nicht als Trend. Entscheidend ist die Passform: hoch in der Taille, schmal am Bein, endend über dem Knöchel.
Welcher Figur steht eine Caprihose?
Fast jeder, wenn die Länge stimmt. Wichtig ist, dass der Saum über dem Knöchel endet und der Schuh sichtbar bleibt. Bei kleineren Frauen wirkt die Kombination mit flachen Schuhen im selben Farbton besonders streckend.
Wer hat das kleine Schwarze erfunden?
Coco Chanel, die es 1926 in der amerikanischen Vogue vorstellte. Audrey Hepburn machte es dreißig Jahre später mit dem Givenchy-Kleid aus „Frühstück bei Tiffany“ zum Mythos.
Was ist der Sabrina-Ausschnitt?
Eine U-Boot-Ausschnittlinie, die waagerecht von Schulter zu Schulter verläuft. Sie wurde durch den Film „Sabrina“ populär, betont Schlüsselbein und Schultern und wirkt elegant, ohne Dekolleté zu zeigen.
Ist der Audrey Hepburn Stil noch modern?
Ja, sogar besonders. Caprihosen, das kleine Schwarze, Trenchcoats, Ballerinas und betonte Brauen gehören heute wieder oder immer noch zum modischen Kanon. Es ist der Vintage-Stil mit der größten Alltagstauglichkeit.
Fazit
Der Audrey Hepburn Stil beweist, dass Vintage-Mode nicht laut sein muss, um unvergesslich zu sein. Wenige gute Teile, eine ruhige Farbpalette, flache Schuhe und ein präzise gesetztes Accessoire ergeben einen Look, der seit siebzig Jahren funktioniert.
Der Einstieg ist so einfach wie bei keinem anderen Retro-Stil: Eine schmale Hose, ein schlichtes Oberteil und Ballerinas genügen für den Anfang, und von dort wächst die Garderobe Stück für Stück.
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