Petticoats bei 35 Grad: unser Wochenende auf den Rockabilly Days 2026

Es gibt Wochenenden im Jahr, auf die man schon im Frühling hinfiebert. Die Rockabilly Days in Asperg sind so eines. Vom 31. Juli bis 2. August waren wir wieder mit unserem Stand dabei, seit 2019 sind wir jedes Jahr mit von der Partie.

Zwei Frauen in Sommerkleidern vor Kleiderständern mit rosa und blauen Vintage-Kleidern und Röcken

Ein Festival mit Geschichte

Angefangen hat alles 2017. Vier Freunde hatten eine Idee, setzten sie um, und aus dem, was in Freiberg am Neckar klein begann, ist über die Jahre eines der größten Rockabilly-Treffen der Region Stuttgart geworden. Seit 2024 findet das Festival in Asperg statt, und der Eintritt ist bis heute frei geblieben. Bei einem Event dieser Größe ist das inzwischen wirklich selten.

Nächstes Jahr steht das Jubiläum an. Und so viel sei vorweggenommen: Wir wollen unbedingt dabei sein, wenn gefeiert wird.

Donnerstag: Aufbau

Unser Wochenende beginnt einen Tag früher als das Festival. Am Donnerstag haben wir aufgebaut, denn acht mal vier Meter Standfläche wollen gefüllt werden. Sieben Kleiderständer mit Marlenehosen, Jeans, Blusen, Shirts, Röcken, Kleidern und Petticoats. Auf Festivals wie diesem laufen die Petticoats zusammen mit den Röcken und Kleidern besonders gut, deshalb hatten wir davon reichlich dabei. Dazu vier Umkleidekabinen, denn wir wissen aus Erfahrung, dass die gebraucht werden.

Unser Platz ist jedes Jahr derselbe, und er ist ein Traum: mitten im Geschehen, mit direktem Blick auf die Bühne. Und, für uns fast genauso wichtig, mit Stromanschluss. Das klingt unspektakulär, macht aber am Abend den ganzen Unterschied. Wenn die Sonne untergeht und der Stand beleuchtet ist, sieht Ware einfach anders aus.

Nach dem Aufbau ging es nochmal nach Hause, bevor wir für die eigentlichen Festivaltage zwei Nächte vor Ort geblieben sind.

Verkaufsstand unter rotem Pavillon mit Kleiderständern, Schneiderpuppen in Blumenkleidern und pinken Petticoats an der Seite

Die Hitze und die Petticoats

Wer schon einmal im Hochsommer auf einem Freiluftfestival gestanden hat, weiß, worauf es hinausläuft. Es war heiß. Richtig heiß. Wir haben ehrlich gesagt damit gerechnet, dass die Leute bei diesen Temperaturen wenig Lust haben, sich in eine Umkleidekabine zu stellen und Kleidung anzuprobieren.

Falsch gedacht. Der Andrang war trotz der Hitze enorm. Es gab Phasen, da waren alle vier Umkleidekabinen gleichzeitig besetzt, und davor stand noch jemand und wartete. Die Lust am Anprobieren war ungebrochen, und das hat uns aufrichtig überrascht und gefreut.

Am schönsten war das, was danach kam: Viele Kundinnen wollten ihr neues Kleid gar nicht erst einpacken lassen, sondern haben es direkt angelassen und sind damit weiter übers Gelände. Genau dafür macht man das.

Der stärkste Andrang war am Freitagabend und am Samstag. Da ging es wirklich Schlag auf Schlag.

Menschen, die einen tragen

Ein Wochenende wie dieses lebt von den Begegnungen. Wir hatten unzählige nette Gespräche, mit Stammkundinnen, die wir teilweise seit Jahren kennen und die extra vorbeikommen, und mit vielen neuen Gesichtern.

Was uns besonders berührt hat: Es gab Kundinnen und Kunden, die einfach mit einem Kaffee oder einem Stück Pizza am Stand aufgetaucht sind, weil sie gesehen haben, dass wir seit Stunden nicht wegkommen. Diese kleinen Gesten vergisst man nicht.

Denn ganz reibungslos lief es nicht. Krankheitsbedingt ist einer aus unserem Team ausgefallen, und so stand Steffi zwischenzeitlich ganz allein am Stand, bei vollem Betrieb und vier belegten Kabinen. Das war sportlich. Zum Glück ist Bianca kurzfristig eingesprungen und hat ausgeholfen, dafür an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön. Für nächstes Jahr nehmen wir uns trotzdem vor, bei der Personalplanung mehr Puffer einzubauen.

Auch unsere Standnachbarschaft war ein Glücksfall: Neben uns stand Miranda's Choice, und die Sortimente haben sich wunderbar ergänzt statt sich Konkurrenz zu machen. So darf es gerne immer sein.

Marktstand mit handbemaltem Schild Mirandas Choice, daneben Regale mit Haarblumen, Strohhüten und Fächern

Drumherum

Neben dem Verkaufen bleibt zwischendurch immer ein Moment, um das Festival selbst zu genießen. Und da hatte Asperg einiges zu bieten: eine beeindruckende Zahl an Oldtimern, die auf dem Gelände und bei der Car Show zu sehen waren, ein volles Line-up auf der Bühne und verschiedene Foodtrucks, die für Verpflegung gesorgt haben.

Auch die Infrastruktur hat gestimmt. Der Toilettenwagen vor Ort war durchgehend sehr sauber, Security war präsent, und das Orga-Team war ausgesprochen freundlich und ansprechbar. Für Händler ist das nicht selbstverständlich. Man merkt, dass hinter dem Festival Leute stehen, die selbst mit Herzblut dabei sind.

Tiefergelegter Chevrolet Pick-up mit grüner Rostpatina und orangefarbenem Dach auf einem Kiesplatz

Fazit

Drei Tage, große Hitze, volle Kabinen, viele neue Gesichter und ein paar Kleider, die noch am selben Abend über den Festivalplatz getanzt sind. Die Rockabilly Days waren auch 2026 wieder das Highlight unseres Marktjahres.

Nächstes Jahr feiert das Festival Jubiläum. Wir haben fest vor, wieder dabei zu sein, dann hoffentlich bei etwas weniger Hitze und mit einem Team, das vollzählig bleibt.

Bis dahin: Danke an alle, die vorbeigekommen sind, anprobiert, geplaudert, gekauft oder uns einfach nur einen Kaffee gebracht haben. Ihr macht das Wochenende zu dem, was es ist.

Wenn du dich fragst, was diese Szene eigentlich ausmacht und woher sie kommt, erklären wir das im Artikel Was ist Rockabilly? Und wer bei den Rockabilly Days nicht dabei war oder nach dem Wochenende doch noch schwach wird: Vieles von dem, was am Stand hing, findest du in unserer Auswahl an Rockabilly Mode und in unserer Kollektion Swing Mode.

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